Platte- Die Goldenen Zitronen- Die Entstehung der Nacht

•25. November 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Endlich wieder was neues von den Zitronen! Und das zum goldenen 25 jährigem Jubiläum…

tütender Elektrosound trifft kritische Ironie…spätestens beim dritten Mal hören und ersten Mal Sehen (des Videos zu Positionen) ist diese Platte in einem drin. Die Texte sind wie immer grandios, die Musik ehrlich und wie sie selbst im Interview sagen, eine Art Spiegelbild ihrer jeweiligen Einstellung und des jeweiligen Lebenswandels: “an unserer Musik ist immer ablesbar, was wir treiben und was uns umtreibt (Schorsch).”

Auf ihrem nunmehr zehnten Studioalbum werfen Die Goldenen Zitronen nach dem kämpferischen “Lenin” 2006 wieder alles in einen schmackhaften Topf : noisig klingende Gitarren, Percussion, Flöten und viel Elektronik, was dabei ein komplexes Zusammenspiel hervor bringt, ohne jedoch disharmonisch oder ‘unrein’ zu klingend.

Das beste jedoch sind die Texte. Ich als Hobbywortfrickler habe Schorsch schon immer für seine Sprachspiele zu schätzen gewusst und wie er es dennoch schafft, kritisch gegen aktuelle Missstände in tha BRD vorzugehen, über die Krise (Börsen crashen) zu reimen, oder das Begräbnis Jörg Haiders in “des Landeshauptmanns letzter Weg” zu besingen. “Bloß weil ich friere”, ist ebenso ein Hochlicht des Albums.

Überzeugt euch selbst, hier das Video von “Positionen”, in dem Schorsch Kamerun himself Regie geführt hat

Kunst- David Lynch- Austellung

•25. November 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Versucht man David Lynch wikepadiatorisch zu definieren, kommt folgendes dabei heraus: “David Keith Lynch (* 20. Januar 1946 in Missoula, Montana) ist ein US-amerikanischer Regisseur, Maler, Fotograf und Animationskünstler.”

Ein Multitalent also, dessen Durchbruch ihm mit Filmen wie Eraserhead im Jahre 1977 gelang (und er wohl deshalb die Frisur noch heute in Ehren trägt?), Blue Velvet, der ihn 1986 weiter auf dieser Welle reiten lässt und er mir persönlich mit Lost Highway und Mulholland Drive 1997 und 2001 zwei meiner Lieblingsfilme beschert: “Als Regisseur hat er eine unverkennbare Filmsprache gefunden (der SPIEGEL)”.Was einige seiner Filme, speziell Mulholland Drive, angeht, klicke ich mich noch heute durch alle Foren, um die Intetionen aufzuspüren. Der Meister selbst sagte einmal in einem Interview, das ich vor Jahren las, er verstehe seine Filme als Bilder bzw. Gemälde, bei denen jeder Betrachter einen jeweils anderen Eindruck gewinnt und er ihnen deshalb seine ganz eigenen Interpretationen abgewinnt.
David Lynch ist ein Meister des surrealistischen, grotesk anmutenden Kinos, das sich mit atmosphärischen Elementen des Film Noirs vereint und somit eine Art vertontes Kunstwerk schafft. Sohingehend verbindet er immer Kunst, Film und auch seine Leidenschaft zu experimenteller Musik, die er für seine Filme zu großen Teilen selbst produziert.

“Der Film entwickelte sich für mich aus der Malerei.”

Nun gibt er erstmals in Deutschland sein Werk als bildender Künstler preis und zwar im Max Ernst Museum in Brühl. Seine Bilder sind wie erwartet grotesk, gewohnt verstörend und ein bisschen anders. Die Einflüsse eines Francis Bacon sind sofort erkennbar, sieht man sich die sogenannten “Distorted Nudes”- Werke an, bei denen es sich um verzerrte und teilweise verstümmelte Frauenkörper, am Computer bearbeitet, handelt und auch etwas verstörend wirken. Die ältesten Werke Lynchs stellen die Aufnahmen der schmelzenden Schneemänner dar, die er zu den Dreharbeiten seiner Twin- Peaks Serie fotografiert hat. Auch gibt es großformatige Portraits und kunstvoll gestaltete Materialbilder.

Seine Bilder sind so zugänglich wie seine Filme, entweder man lässt sich darauf ein und die Interpretation erstmal aussen vor, oder man versucht  einfach nicht hinzusehen und verpasst dabei die ihm eigene und phantasievolle Art, filmischen Spielraum kunstvoll zu Nutzen.

Hier eine kleine  Auswahl seiner Bilder in Brühl, die ich hier leider nicht, wie er vor Ort, musikalisch unterlegen kann (was die surrealstische Stimmung noch authentischer erscheinen lässt):

Artikel- Zivilcourage

•15. September 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

“Sorry ich hatte einen Blackout.”
Was ist los auf Deutschlands Straßen? Heutzutage bezahlt man auch als Zivilist immer mehr mit dem eigenem Leben, um das anderer zu retten. Der geschäftige Manager (mal einer der umsichtigeren Sorte), Dominik B., war in Solln/ München mit 22 Fußtritten und Faustschlägen malträtiert worden. Er versuchte andere Kinder und Jugendliche zu schützen, die bedroht worden waren. Er erlag seinen Verletzungen.
Wer soll denn da an Reue und Blackout seitens der Täter glauben, wenn dass einzige was hier wirklich aussetzt der Sinn für mehr bürgerlichen Mut ist? Berichten von Medien und Polizei zufolge waren auf dem S-Bahnhof Solln zur Tatzeit laut Zeugenaussagen etwa 15 weitere Personen anwesend. Sicherlich war das Opfer nicht allein in einer belebten S-Bahn-Station, sicherlich kann man hier wieder von einer ‘Gesellschaft des Wegschauens’ reden. Wenn gleichzeitig die Eingriffsbereitschaft der Bürger sinkt und das Gewaltpotential auf den Strassen steigt, steht es um die Sicherheit deutscher Bürger immer schlechter. Es ist ein sich bedingendes Phänomen der Hilfsbereitschaft und des Gewaltpotenzials, beide stehen in einem Beziehungsgeflecht zueinander. Die Medien spielen dabei sowohl eine negative als auch positive Rolle: zum einen verschaffen sie den Tätern öffentlich Aufmerksamkeit -anhand derer sich nicht wenige profilieren- und zum andern kann sie dazu beitragen, die Gesellschaft zu mehr kollektiver Verantwortung aufzurufen. Ein Blackout bei jugendlichen Straftätern darf nicht zu einem Blackout der Mitmenschen führen. Das Opfer soll nicht umsonst gewesen sein.

Brite Lite Brites- Universe Universe 2009

•15. September 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Universe Universe

“BRITE LITE BRITE’s debut album Universe Universe is available now and marks their move toward organic electronica and a preoccupation with life and our universe.
Brite Lite Brite is a standout act from the Spring CMI, and they have the potential to reach a wide audience with their debut album, Universe Universe. The duo is whole-heartedly invested in the music they make, and you can hear this devotion in the songs. Brite Lite Brite is unlike any other that I have had the chance to work with, and I have high hopes that they will go far with their unique combination of electro-acoustic sounds. Take a moment to hear it for yourself at www.britelitebrite.com.” (Indiepassion)

01 I Just Want U 2 Myself 04:13
02 Stormy Weather 02:56
03 On The Stones 03:01
04 Now That You’re Around 02:42
05 The Waterfall 03:12
06 Sky Turns Red 03:31
07 Don’t You Let Me Down 02:56
08 Song On The Radio 03:08
09 Meet Me At The Sun 18:01

The Big Pink- A Brief History of Love

•15. September 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

A Breif history of love

Seit dem 4. September ist das Debütalbum dieser großartigen Band draussen. welches vielfach als modernes Meisterstück deklariert wird. Vollständig zu hören auf der bandeigenen Homepage:

http://musicfromthebigpink.com/news/87/a-brief-history-of-love-out-today

Caspian- Tertia 2009

•14. September 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

tertia

„Caspian is a rockband from Beverly. Nobody sings.“

Von Freunden bekam ich irgendwann mal einen Sampler, der die 50 top instrumental releases enthielt. Das war 2005. Ich war hin und weg und es war eine gute Zeit lang eine Art musikalische Bibel geworden, mit 50 Geboten. Ich lebte plötzlich polytheistisch und meine Götter hiessen Samuel L. Jackson Fives, Sigur Ros, Explosions in the sky und Red Sparowes, this is your captain speaking, god is an astronaut, Mono, Mogwai, Yndi Halda und 65 days of static. Mit dabei waren auch Caspian.
Die 5 packten damals auf ihrer EP „You Are The Conductor“ den Naturgewalten in Töne und galten mit dieser Scheibe als heisse Nebenbuhler von Mogwai und Co. „A Conceptual Masterpiece“ sagt auch das Silent Ballet, welchem man das Top 50 release zu verdanken hat. Caspian sind angekommen.
2008 erscheint eine Split-Vinyl mit den befreundeten Constants. Ein Jahr später ist er dann da, ein weiterer Longplayer mit kompositorisch tadellosen Post-Rock-Meisterstücken. “tertia” steht seinen vorgängern in nichts nach. Schreiende Gitarren und imposante Atmosphärische Komposition ist die devise. Die Stücker erscheinen brachial und schier endlos, sind sie jedoch vorbei, fühlt man sich, als würde man in seinem Freiflug plötzlich das Fliegen verlernen und wieder auf den Boden der Tatsachen krachen.
„Caspian is a rockband from Beverly. Nobody sings.“ (Motor). Jedes weitere Wort ist nun wirklich überflüssig, lassen wir lieber die Töne sprechen.

Hier noch das Interview auf Motor.de

http://www.motor.de/motormeinung/motor.de/caspian_caspian_im_interview_mit_motor_de.html?sc=eb54a289517a4c26f6510b1045131a1f

aktuelle Tourdaten

21.09.2009 Oberhausen – Druckluft
23.09.2009 B – Aarschot – JC De Klinker
24.09.2009 Köln – MTC
12.10.2009 CH – Zürich – Hafenkneipe
13.10.2009 A – Wien – Rhiz
15.10.2009 A – Feldkirch – Graf Hugo
16.10.2009 CH – Chur – Werkstatt
17.10.2009 Dresden – Beatpol
18.10.2009 A – Graz – Forum Stadtpark
19.10.2009 München – Glockenbachwerkstatt
20.10.2009 Stuttgart – Jugendhaus West
21.10.2009 Frankfurt – Elfer Club
23.10.2009 Münster – Amp

Quantic- Artist

•14. September 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Ich möchte diesen Platz nutzen, um die Renaissance von Funk & Soul zu würdigen.
Dabei ist Quantic, alias Will Holland wohl einer arbeitswütigsten Vertreter der neueren Generation. Neben seinem Kollektiv, dem Quantic Soul Orchestra, brachte er bereits 5 Soloalben raus und daneben einige Kollaborationen, diese aufzuzählen wohl an dieser Stelle zu viel wäre. Dabei ist er erst seit 2001 kreativ tätig. Und das sofort mit einem Album, dass sich hören lassen kann: “The Fifth Exotic”, ein zwölf Tracks starkes Original.

fifth exotic 2001

Schon der gleichnamige Opener zeugt von sehr abwechslungsreichen und kreativen Beatarrangements, die ins Bein gehn, ein bisschen exotischen Flair versprühen und somit sehr frisch rüber kommen. Wer es instrumental mag, der ist hier an genau der richtigen Adresse. Besonders die Titel “Life In The Rain” und “Common Knowledge”, die dem Debüt als EP vorausging, kratzen bereits am Klassikerstatus, den “Time Is The Enemy” dann vollends zu festigen weiß.

So progressiv wie seine Stücke sind aber auch seine Alben. Der Nachfolger “Apricot Morning” unterscheidet sich da schon immens von seinem Vorgänger. Es wirkt deutlich unruhiger und schneller, aber dennoch gibt es auch dort Inseln der Gelassenheit. So gibt es diverse Gesangseinlagen von Alice Russell, von der sich Quantic neben Jazz- und alten Funksamples, die stimmliche Unterstützung geholt hat (und die ihn später auch bei dem quantic Soul Orchestra begleiten wird).

In erfolgreicher Zusammenarbeit mit der Soullegende Spanky Wilson beendet er schließlich 2004 die Arbeit an seinem nun dritten Soloalbum, “Mishaps Happening” (2004).
Die jahrelange Suche Hollands nach Wilson hat sich mehr als gelohnt und man darf sich auf schöne Soul und Funk Arrangements freuen. Diese bilden nämlich das charakteristische an seiner Musik und dessen ist er sich auch bewusst. Finden sich auf seinem vierten Soloalbum im Jahre 2006 zwar verstärkt Elemente aus dem Hip Hop, darf sich “An Announcement to Answer” als ein Original hervorheben und besticht ebenso durch seine geschickt inszenierten Jazz- und Soulsamples.

Der umtriebige Will Holland ist dieses Mal, es ist das Jahr 2009, zusammen mit seiner Band Quantic und der Combo Barbaro, einer Gruppe südamerikanischer (er ist aus seinem Heimatland England extra nach Südamerika, Kolumbien gezogen) und englischer Musiker um Alfredo Linares, Arthur Verocai und Malcolm Catto (The Heliocentrics) wieder sehr umtriebig und abwechslungsreich gewesen, was sein nun 5. Album wieder von den anderen unterscheidet. Beim ersten Hören fühlt man sich beim Opener mit den vielen Streichern und Harfen an das Cinematic Orchestra erinnert, aber eben versetzt mit anderen Einflüssen der Weltmusik.
“Beim 2. Song regiert dann z.B. eben der Afrobeat und ein Saxofon. Elemente von Funk, Soul, Folk, Jazz und Psychedelica treffen auf die abwechslungsreichhaltigen Rhythmen aus der Karibik, Lateinamerika und Afrika für eine große bunte Tanz- oder Hör-Party.”
(Tru Thoughts 2009)

“In Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Vorzeige- Indie “Ubiquity Records” stellt das Label Tru Toughts einen beachtlichen Teil des aktuellen Funkhypes. Mit den Platten von the Bamboos, Quantic Soul Orchestra, 8 Hot Brass Band, Saravah Soul, Alice Russel oder Diesler fördern sie zwischen handgemachten, neuen Funk auch moderne Formen von Brazil, Latin, jazz oder Soul zu Tage. Die Vielfalt des Labels aus Brighton macht seit Jahren von sich Reden. Klassisch eingespielter Funk bekommt hier genauso Platz wie progressive Hybrid-Formeln” (HHV Mag 3/2009).

The XX- xx (XL/ Beggars) 2009

•14. September 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Auf Empfehlung sofort für gut befunden! Das Wechselspiel zwischen Gesang und minimalistisch, aber dennoch ausgeklügelten Beatgerüst weiß schon bei dem Appetithäppchen “Crystalised”, der noch sehr jungen Londoner Jungs und Mädchen zu überzeugen. Optisch auffälig ist die Unauffälligkeit der Band, was man auch in ihren videos schön erkennen kann.
The XX sparen an Gitarren, Drums, Keyboard und Synthiesounds. Das bedeutet aber nicht, dass diese nicht vertreten oder kaum zu hören sind.

THE Xx

Tegan and Sara- Tour im November

•14. September 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Im Oktober veröffentlichen die in Kanada geborenen Zwillinge Tegan Rain Quin und Sara Kiersten Quin ihre neue Platte „Sainthood“, welche sich wieder gänzlich dem Folk-Pop verschrieben hat.

Im November kann man sie dazu in Deutschland live erleben
25.11.2009 Hamburg – Grünspan
26.11.2009 Berlin – Astra
27.11.2009 München – Theaterfabrik

28.11.2009 Köln – Gloria

Yo la Tengo im dreiteiligen Spex- Interview

•14. September 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

http://www.spex.de/2009/09/02/am-kamin-mit-yo-la-tengo-interview-teil-1/

http://www.spex.de/2009/09/03/am-kamin-mit-yo-la-tengo-interview-teil-2/

http://www.spex.de/2009/09/04/am-kamin-mit-yo-la-tengo-interview-teil-3/

und hier ein video des vor kurzen auf Matador erschienem neuen Album “Popular Songs”