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14 Tage Aktionen gegen den Rassismus. Und danach?

Am Montag starteten im Saarland, wie auch bundesweit die Wochen gegen den Rassismus. 14 Tage lang finden dabei Aktionen statt, die Menschen gegen Rassismus stark machen sollen und unsere Mitbürger über anti-demokratische und ausländerfeindliches Gedankengut aufklären wollen. Hintergrund dieser Aktion gegen Rechts im Saarland stellt ein Naziaufmarsch in der Zweibrücker Innenstadt dar. Dem stellten sich 250 Bürger mutig in Form einer Gegendemonstration entgegen.

Interesse für Demokratie wecken

Ministerpräsident Peter Müller betonte bereits im Vorfeld, dass diese Aktionswochen ein wichtiges Zeichen für eine demokratische Kultur darstellen. Die Veranstalter der verschiedenen Workshops in Jugendzentren, darunter auch das in der Försterstraße Saarbrücken, verweisen dabei auf die wesentliche Aufgabe, bei Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund das Interesse für Demokratie zu wecken.
Sicherlich ist es wesentlich, die Öffentlichkeit gegen eine ausländerfeindliche Haltung zu mobilisieren. Es ist sogar zwingend notwendig gemeinsam dafür einzustehen. Workshops, Podiumsdiskussionen und Ähnliches leisten dazu einen wichtigen Beitrag.

Demokratie institutionalisieren

Dennoch sollte man überlegen, diese Aktion nicht temporär auf 14 Tage zu beschränken, sondern versuchen eine institutionelle Lösung finden. Es kann nicht sein, dass rechte Gewalt nur dann wirklich wahrgenommen wird, wenn rechte Gewalt passiert. Man muss dem rechten Gedankengut präventiv entgegenwirken und bereits im Kindesalter darüber aufklären, soziale Milieus durchleuchten und auffälliges Verhalten unter Beobachtung stellen. Solange demokratische Bildung nicht institutionalisiert und das Wesen der Demokratie nicht speziell jungen Menschen näher gebracht wird, werden Aktionswochen gegen den Rassismus vor dem Hintergrund sich immer weiter häufender rechter Gewalttaten notwendig sein.

Politische und demokratische Kultur

Wenn unser Ministerpräsident von demokratischer Kultur spricht, so meint er damit wertende Einstellungen gegenüber dem politischen System, orientierender Ideen, unserer Demokratie. In Deutschland versteht man darunter in den Jahren 1945- 1966 die Phase der Wiederherstellung und die ersten zagen Versuche, die Demokratie zu festigen. Die demokratischen Einstellungen wuchsen, dass eigentliche Interesse daran blieb jedoch bis heute eher gering.

Aktiv Demokratie betreiben

Es stellte sich somit vor allem in der Politikwissenschaft die Frage, wie tief demokratische Werte in den Köpfen der Menschen eigentlich verankert sind? Anders ausgedrückt, es verursacht weniger Arbeit ein System einfach hinzunehmen, statt sich darüber zu informieren. Es sind nur Wenige in einer Gesellschaft, die sich aktiv für Demokratie einsetzen, die meisten sind lediglich Profiteure im Sinne des berühmten „Trittbrettfahrers“. Man muss deshalb die Menschen dazu anspornen sich aktiv für demokratische Werte einzusetzen! Dies gelingt meistens nur auf kurze Zeit, solange eben Interesse, oder wie in Zweibrücken, Grund zur Handlung besteht. Die saarländischen Aktionswochen können bei positivem Erfolg dazu beitragen, Demokratie in Zukunft in einer Institution zu festigen, die aktiv Demokratie betreibt und dies den Menschen vergegenwärtigt und näher bringt. Nur so kann Demokratie in den Köpfen der Menschen greifen und schließlich auch gedeihen.

Brite Lite Brites- Universe Universe 2009

Universe Universe

„BRITE LITE BRITE’s debut album Universe Universe is available now and marks their move toward organic electronica and a preoccupation with life and our universe.
Brite Lite Brite is a standout act from the Spring CMI, and they have the potential to reach a wide audience with their debut album, Universe Universe. The duo is whole-heartedly invested in the music they make, and you can hear this devotion in the songs. Brite Lite Brite is unlike any other that I have had the chance to work with, and I have high hopes that they will go far with their unique combination of electro-acoustic sounds. Take a moment to hear it for yourself at http://www.britelitebrite.com.“ (Indiepassion)

01 I Just Want U 2 Myself 04:13
02 Stormy Weather 02:56
03 On The Stones 03:01
04 Now That You’re Around 02:42
05 The Waterfall 03:12
06 Sky Turns Red 03:31
07 Don’t You Let Me Down 02:56
08 Song On The Radio 03:08
09 Meet Me At The Sun 18:01

Caspian- Tertia 2009

tertia

„Caspian is a rockband from Beverly. Nobody sings.“

Von Freunden bekam ich irgendwann mal einen Sampler, der die 50 top instrumental releases enthielt. Das war 2005. Ich war hin und weg und es war eine gute Zeit lang eine Art musikalische Bibel geworden, mit 50 Geboten. Ich lebte plötzlich polytheistisch und meine Götter hiessen Samuel L. Jackson Fives, Sigur Ros, Explosions in the sky und Red Sparowes, this is your captain speaking, god is an astronaut, Mono, Mogwai, Yndi Halda und 65 days of static. Mit dabei waren auch Caspian.
Die 5 packten damals auf ihrer EP „You Are The Conductor“ den Naturgewalten in Töne und galten mit dieser Scheibe als heisse Nebenbuhler von Mogwai und Co. „A Conceptual Masterpiece“ sagt auch das Silent Ballet, welchem man das Top 50 release zu verdanken hat. Caspian sind angekommen.
2008 erscheint eine Split-Vinyl mit den befreundeten Constants. Ein Jahr später ist er dann da, ein weiterer Longplayer mit kompositorisch tadellosen Post-Rock-Meisterstücken. „tertia“ steht seinen vorgängern in nichts nach. Schreiende Gitarren und imposante Atmosphärische Komposition ist die devise. Die Stücker erscheinen brachial und schier endlos, sind sie jedoch vorbei, fühlt man sich, als würde man in seinem Freiflug plötzlich das Fliegen verlernen und wieder auf den Boden der Tatsachen krachen.
„Caspian is a rockband from Beverly. Nobody sings.“ (Motor). Jedes weitere Wort ist nun wirklich überflüssig, lassen wir lieber die Töne sprechen.

Hier noch das Interview auf Motor.de

http://www.motor.de/motormeinung/motor.de/caspian_caspian_im_interview_mit_motor_de.html?sc=eb54a289517a4c26f6510b1045131a1f

aktuelle Tourdaten

21.09.2009 Oberhausen – Druckluft
23.09.2009 B – Aarschot – JC De Klinker
24.09.2009 Köln – MTC
12.10.2009 CH – Zürich – Hafenkneipe
13.10.2009 A – Wien – Rhiz
15.10.2009 A – Feldkirch – Graf Hugo
16.10.2009 CH – Chur – Werkstatt
17.10.2009 Dresden – Beatpol
18.10.2009 A – Graz – Forum Stadtpark
19.10.2009 München – Glockenbachwerkstatt
20.10.2009 Stuttgart – Jugendhaus West
21.10.2009 Frankfurt – Elfer Club
23.10.2009 Münster – Amp

Quantic- Artist

Ich möchte diesen Platz nutzen, um die Renaissance von Funk & Soul zu würdigen.
Dabei ist Quantic, alias Will Holland wohl einer arbeitswütigsten Vertreter der neueren Generation. Neben seinem Kollektiv, dem Quantic Soul Orchestra, brachte er bereits 5 Soloalben raus und daneben einige Kollaborationen, diese aufzuzählen wohl an dieser Stelle zu viel wäre. Dabei ist er erst seit 2001 kreativ tätig. Und das sofort mit einem Album, dass sich hören lassen kann: „The Fifth Exotic“, ein zwölf Tracks starkes Original.

fifth exotic 2001

Schon der gleichnamige Opener zeugt von sehr abwechslungsreichen und kreativen Beatarrangements, die ins Bein gehn, ein bisschen exotischen Flair versprühen und somit sehr frisch rüber kommen. Wer es instrumental mag, der ist hier an genau der richtigen Adresse. Besonders die Titel „Life In The Rain“ und „Common Knowledge“, die dem Debüt als EP vorausging, kratzen bereits am Klassikerstatus, den „Time Is The Enemy“ dann vollends zu festigen weiß.

So progressiv wie seine Stücke sind aber auch seine Alben. Der Nachfolger „Apricot Morning“ unterscheidet sich da schon immens von seinem Vorgänger. Es wirkt deutlich unruhiger und schneller, aber dennoch gibt es auch dort Inseln der Gelassenheit. So gibt es diverse Gesangseinlagen von Alice Russell, von der sich Quantic neben Jazz- und alten Funksamples, die stimmliche Unterstützung geholt hat (und die ihn später auch bei dem quantic Soul Orchestra begleiten wird).

In erfolgreicher Zusammenarbeit mit der Soullegende Spanky Wilson beendet er schließlich 2004 die Arbeit an seinem nun dritten Soloalbum, „Mishaps Happening“ (2004).
Die jahrelange Suche Hollands nach Wilson hat sich mehr als gelohnt und man darf sich auf schöne Soul und Funk Arrangements freuen. Diese bilden nämlich das charakteristische an seiner Musik und dessen ist er sich auch bewusst. Finden sich auf seinem vierten Soloalbum im Jahre 2006 zwar verstärkt Elemente aus dem Hip Hop, darf sich „An Announcement to Answer“ als ein Original hervorheben und besticht ebenso durch seine geschickt inszenierten Jazz- und Soulsamples.

Der umtriebige Will Holland ist dieses Mal, es ist das Jahr 2009, zusammen mit seiner Band Quantic und der Combo Barbaro, einer Gruppe südamerikanischer (er ist aus seinem Heimatland England extra nach Südamerika, Kolumbien gezogen) und englischer Musiker um Alfredo Linares, Arthur Verocai und Malcolm Catto (The Heliocentrics) wieder sehr umtriebig und abwechslungsreich gewesen, was sein nun 5. Album wieder von den anderen unterscheidet. Beim ersten Hören fühlt man sich beim Opener mit den vielen Streichern und Harfen an das Cinematic Orchestra erinnert, aber eben versetzt mit anderen Einflüssen der Weltmusik.
„Beim 2. Song regiert dann z.B. eben der Afrobeat und ein Saxofon. Elemente von Funk, Soul, Folk, Jazz und Psychedelica treffen auf die abwechslungsreichhaltigen Rhythmen aus der Karibik, Lateinamerika und Afrika für eine große bunte Tanz- oder Hör-Party.“
(Tru Thoughts 2009)

„In Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Vorzeige- Indie „Ubiquity Records“ stellt das Label Tru Toughts einen beachtlichen Teil des aktuellen Funkhypes. Mit den Platten von the Bamboos, Quantic Soul Orchestra, 8 Hot Brass Band, Saravah Soul, Alice Russel oder Diesler fördern sie zwischen handgemachten, neuen Funk auch moderne Formen von Brazil, Latin, jazz oder Soul zu Tage. Die Vielfalt des Labels aus Brighton macht seit Jahren von sich Reden. Klassisch eingespielter Funk bekommt hier genauso Platz wie progressive Hybrid-Formeln“ (HHV Mag 3/2009).

Fliegen 2009

Schallflug, das ist ein Kollektiv junger Menschen mit verschiedenen und gemeinsamen Interessen und die sich zum Ziel gesetzt haben, diese festzuhalten, weiterzugeben und sich auszutauschen. Dabei reicht das Spektrum von Musik und Film über Kunst und Kultur hin zu Politik und Gesellschaft.

different kind of souls, different kind of minds. Just words.

September 2009