Archiv der Kategorie: Momentaufnahmen und Storys

Schweden Part I

Nun bin ich schon seit fast drei Wochen in der Sonnenstadt Schwedens. Karlstad ist tatsächlich die Stadt, die von der Sonne am meisten beschenkt wird.

Bis spät in den August lässt es sich sogar noch das Venedig des Nordens nennen, da man mit dem Busticket gleichzeit auch Bootstaxi fahren kann, sogar bis zum Vänern.

Wasser gibt es hier überall und die Schweden lieben es, draussen in der Natur zu sein. Man kann viel entdecken, wenn man sich zu Fuß auf die Suche begibt

Natürlich ist es aber auch das Ziel, mehr von dem Land an sich zu sehen, doch ich bin zur Zeit gesundheitlich leider etwas angeschlagen und das bindet mich noch sehr an das Bett bzw. den Schreibtisch. An letzteren hab ich mich allerdings schnell gewöhnt da ich ja meine Hausarbeit von zuhause mitgebracht (und endlich auch beendet habe) und die Uni hierzulande auch einen schönen Terminplan für mich bereit hielt. Ich werde zusehen, das sich so schnell wie möglich noch Bilder von dieser echt schönen Universität (und meiner zweiten Heimat, vor allem die Bibliothek ist super ausgestattet und alles hat einen gewissen Flair, der einem das Lernen/Lesen/Studieren geradezu aufzwingt, im positiven Sinne). Zuerst aber werde ich wohl noch im Hostel verbleiben, welches zwar nicht immer einfach, aber selten langweilig und viel öfter höchst interessant ist.

14 Tage Aktionen gegen den Rassismus. Und danach?

Am Montag starteten im Saarland, wie auch bundesweit die Wochen gegen den Rassismus. 14 Tage lang finden dabei Aktionen statt, die Menschen gegen Rassismus stark machen sollen und unsere Mitbürger über anti-demokratische und ausländerfeindliches Gedankengut aufklären wollen. Hintergrund dieser Aktion gegen Rechts im Saarland stellt ein Naziaufmarsch in der Zweibrücker Innenstadt dar. Dem stellten sich 250 Bürger mutig in Form einer Gegendemonstration entgegen.

Interesse für Demokratie wecken

Ministerpräsident Peter Müller betonte bereits im Vorfeld, dass diese Aktionswochen ein wichtiges Zeichen für eine demokratische Kultur darstellen. Die Veranstalter der verschiedenen Workshops in Jugendzentren, darunter auch das in der Försterstraße Saarbrücken, verweisen dabei auf die wesentliche Aufgabe, bei Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund das Interesse für Demokratie zu wecken.
Sicherlich ist es wesentlich, die Öffentlichkeit gegen eine ausländerfeindliche Haltung zu mobilisieren. Es ist sogar zwingend notwendig gemeinsam dafür einzustehen. Workshops, Podiumsdiskussionen und Ähnliches leisten dazu einen wichtigen Beitrag.

Demokratie institutionalisieren

Dennoch sollte man überlegen, diese Aktion nicht temporär auf 14 Tage zu beschränken, sondern versuchen eine institutionelle Lösung finden. Es kann nicht sein, dass rechte Gewalt nur dann wirklich wahrgenommen wird, wenn rechte Gewalt passiert. Man muss dem rechten Gedankengut präventiv entgegenwirken und bereits im Kindesalter darüber aufklären, soziale Milieus durchleuchten und auffälliges Verhalten unter Beobachtung stellen. Solange demokratische Bildung nicht institutionalisiert und das Wesen der Demokratie nicht speziell jungen Menschen näher gebracht wird, werden Aktionswochen gegen den Rassismus vor dem Hintergrund sich immer weiter häufender rechter Gewalttaten notwendig sein.

Politische und demokratische Kultur

Wenn unser Ministerpräsident von demokratischer Kultur spricht, so meint er damit wertende Einstellungen gegenüber dem politischen System, orientierender Ideen, unserer Demokratie. In Deutschland versteht man darunter in den Jahren 1945- 1966 die Phase der Wiederherstellung und die ersten zagen Versuche, die Demokratie zu festigen. Die demokratischen Einstellungen wuchsen, dass eigentliche Interesse daran blieb jedoch bis heute eher gering.

Aktiv Demokratie betreiben

Es stellte sich somit vor allem in der Politikwissenschaft die Frage, wie tief demokratische Werte in den Köpfen der Menschen eigentlich verankert sind? Anders ausgedrückt, es verursacht weniger Arbeit ein System einfach hinzunehmen, statt sich darüber zu informieren. Es sind nur Wenige in einer Gesellschaft, die sich aktiv für Demokratie einsetzen, die meisten sind lediglich Profiteure im Sinne des berühmten „Trittbrettfahrers“. Man muss deshalb die Menschen dazu anspornen sich aktiv für demokratische Werte einzusetzen! Dies gelingt meistens nur auf kurze Zeit, solange eben Interesse, oder wie in Zweibrücken, Grund zur Handlung besteht. Die saarländischen Aktionswochen können bei positivem Erfolg dazu beitragen, Demokratie in Zukunft in einer Institution zu festigen, die aktiv Demokratie betreibt und dies den Menschen vergegenwärtigt und näher bringt. Nur so kann Demokratie in den Köpfen der Menschen greifen und schließlich auch gedeihen.

Artikel- Zivilcourage

„Sorry ich hatte einen Blackout.“
Was ist los auf Deutschlands Straßen? Heutzutage bezahlt man auch als Zivilist immer mehr mit dem eigenem Leben, um das anderer zu retten. Der geschäftige Manager (mal einer der umsichtigeren Sorte), Dominik B., war in Solln/ München mit 22 Fußtritten und Faustschlägen malträtiert worden. Er versuchte andere Kinder und Jugendliche zu schützen, die bedroht worden waren. Er erlag seinen Verletzungen.
Wer soll denn da an Reue und Blackout seitens der Täter glauben, wenn dass einzige was hier wirklich aussetzt der Sinn für mehr bürgerlichen Mut ist? Berichten von Medien und Polizei zufolge waren auf dem S-Bahnhof Solln zur Tatzeit laut Zeugenaussagen etwa 15 weitere Personen anwesend. Sicherlich war das Opfer nicht allein in einer belebten S-Bahn-Station, sicherlich kann man hier wieder von einer ‚Gesellschaft des Wegschauens‘ reden. Wenn gleichzeitig die Eingriffsbereitschaft der Bürger sinkt und das Gewaltpotential auf den Strassen steigt, steht es um die Sicherheit deutscher Bürger immer schlechter. Es ist ein sich bedingendes Phänomen der Hilfsbereitschaft und des Gewaltpotenzials, beide stehen in einem Beziehungsgeflecht zueinander. Die Medien spielen dabei sowohl eine negative als auch positive Rolle: zum einen verschaffen sie den Tätern öffentlich Aufmerksamkeit -anhand derer sich nicht wenige profilieren- und zum andern kann sie dazu beitragen, die Gesellschaft zu mehr kollektiver Verantwortung aufzurufen. Ein Blackout bei jugendlichen Straftätern darf nicht zu einem Blackout der Mitmenschen führen. Das Opfer soll nicht umsonst gewesen sein.