Archiv der Kategorie: Platten

RJD2- Walk with me (Album: The Colossus 2010)

Platte- Die Goldenen Zitronen- Die Entstehung der Nacht

Endlich wieder was neues von den Zitronen! Und das zum goldenen 25 jährigem Jubiläum…

tütender Elektrosound trifft kritische Ironie…spätestens beim dritten Mal hören und ersten Mal Sehen (des Videos zu Positionen) ist diese Platte in einem drin. Die Texte sind wie immer grandios, die Musik ehrlich und wie sie selbst im Interview sagen, eine Art Spiegelbild ihrer jeweiligen Einstellung und des jeweiligen Lebenswandels: „an unserer Musik ist immer ablesbar, was wir treiben und was uns umtreibt (Schorsch).“

Auf ihrem nunmehr zehnten (!) Studioalbum werfen Die Goldenen Zitronen nach dem kämpferischen „Lenin“ 2006 wieder alles in einen schmackhaften Topf : noisig klingende Gitarren, Percussion, Flöten und viel Elektronik, was zusammengenommen ein komplexes Zusammenspiel hervor bringt, ohne jedoch disharmonisch oder ‚unrein‘ zu klingen.

Das beste jedoch sind die Texte. Ich als Hobbywortfrickler habe Schorsch schon immer für seine Sprachspiele zu schätzen gewusst und wie er es dennoch schafft, kritisch gegen aktuelle Missstände in der BRD vorzugehen, über die Krise (Börsen crashen) zu reimen, oder das Begräbnis Jörg Haiders in „des Landeshauptmanns letzter Weg“ zu besingen. „Bloß weil ich friere“, ist ebenso ein Highlight des Albums…Die Zitronen sind zurück und haben wieder leckere Stereonade für die Lauscher dabei.

Überzeugt euch selbst, hier das Video von „Positionen“, in dem Schorsch Kamerun himself Regie geführt hat

The Big Pink- A Brief History of Love

A Breif history of love

Seit dem 4. September ist das Debütalbum dieser großartigen Band draussen. welches vielfach als modernes Meisterstück deklariert wird. Vollständig zu hören auf der bandeigenen Homepage:

http://musicfromthebigpink.com/news/87/a-brief-history-of-love-out-today

Quantic- Artist

Ich möchte diesen Platz nutzen, um die Renaissance von Funk & Soul zu würdigen.
Dabei ist Quantic, alias Will Holland wohl einer arbeitswütigsten Vertreter der neueren Generation. Neben seinem Kollektiv, dem Quantic Soul Orchestra, brachte er bereits 5 Soloalben raus und daneben einige Kollaborationen, diese aufzuzählen wohl an dieser Stelle zu viel wäre. Dabei ist er erst seit 2001 kreativ tätig. Und das sofort mit einem Album, dass sich hören lassen kann: „The Fifth Exotic“, ein zwölf Tracks starkes Original.

fifth exotic 2001

Schon der gleichnamige Opener zeugt von sehr abwechslungsreichen und kreativen Beatarrangements, die ins Bein gehn, ein bisschen exotischen Flair versprühen und somit sehr frisch rüber kommen. Wer es instrumental mag, der ist hier an genau der richtigen Adresse. Besonders die Titel „Life In The Rain“ und „Common Knowledge“, die dem Debüt als EP vorausging, kratzen bereits am Klassikerstatus, den „Time Is The Enemy“ dann vollends zu festigen weiß.

So progressiv wie seine Stücke sind aber auch seine Alben. Der Nachfolger „Apricot Morning“ unterscheidet sich da schon immens von seinem Vorgänger. Es wirkt deutlich unruhiger und schneller, aber dennoch gibt es auch dort Inseln der Gelassenheit. So gibt es diverse Gesangseinlagen von Alice Russell, von der sich Quantic neben Jazz- und alten Funksamples, die stimmliche Unterstützung geholt hat (und die ihn später auch bei dem quantic Soul Orchestra begleiten wird).

In erfolgreicher Zusammenarbeit mit der Soullegende Spanky Wilson beendet er schließlich 2004 die Arbeit an seinem nun dritten Soloalbum, „Mishaps Happening“ (2004).
Die jahrelange Suche Hollands nach Wilson hat sich mehr als gelohnt und man darf sich auf schöne Soul und Funk Arrangements freuen. Diese bilden nämlich das charakteristische an seiner Musik und dessen ist er sich auch bewusst. Finden sich auf seinem vierten Soloalbum im Jahre 2006 zwar verstärkt Elemente aus dem Hip Hop, darf sich „An Announcement to Answer“ als ein Original hervorheben und besticht ebenso durch seine geschickt inszenierten Jazz- und Soulsamples.

Der umtriebige Will Holland ist dieses Mal, es ist das Jahr 2009, zusammen mit seiner Band Quantic und der Combo Barbaro, einer Gruppe südamerikanischer (er ist aus seinem Heimatland England extra nach Südamerika, Kolumbien gezogen) und englischer Musiker um Alfredo Linares, Arthur Verocai und Malcolm Catto (The Heliocentrics) wieder sehr umtriebig und abwechslungsreich gewesen, was sein nun 5. Album wieder von den anderen unterscheidet. Beim ersten Hören fühlt man sich beim Opener mit den vielen Streichern und Harfen an das Cinematic Orchestra erinnert, aber eben versetzt mit anderen Einflüssen der Weltmusik.
„Beim 2. Song regiert dann z.B. eben der Afrobeat und ein Saxofon. Elemente von Funk, Soul, Folk, Jazz und Psychedelica treffen auf die abwechslungsreichhaltigen Rhythmen aus der Karibik, Lateinamerika und Afrika für eine große bunte Tanz- oder Hör-Party.“
(Tru Thoughts 2009)

„In Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Vorzeige- Indie „Ubiquity Records“ stellt das Label Tru Toughts einen beachtlichen Teil des aktuellen Funkhypes. Mit den Platten von the Bamboos, Quantic Soul Orchestra, 8 Hot Brass Band, Saravah Soul, Alice Russel oder Diesler fördern sie zwischen handgemachten, neuen Funk auch moderne Formen von Brazil, Latin, jazz oder Soul zu Tage. Die Vielfalt des Labels aus Brighton macht seit Jahren von sich Reden. Klassisch eingespielter Funk bekommt hier genauso Platz wie progressive Hybrid-Formeln“ (HHV Mag 3/2009).

The XX- xx (XL/ Beggars) 2009

Auf Empfehlung sofort für gut befunden! Das Wechselspiel zwischen Gesang und minimalistisch, aber dennoch ausgeklügelten Beatgerüst weiß schon bei dem Appetithäppchen „Crystalised“, der noch sehr jungen Londoner Jungs und Mädchen zu überzeugen. Optisch auffälig ist die Unauffälligkeit der Band, was man auch in ihren videos schön erkennen kann.
The XX sparen an Gitarren, Drums, Keyboard und Synthiesounds. Das bedeutet aber nicht, dass diese nicht vertreten oder kaum zu hören sind.

THE Xx

Tegan and Sara- Tour im November

Im Oktober veröffentlichen die in Kanada geborenen Zwillinge Tegan Rain Quin und Sara Kiersten Quin ihre neue Platte „Sainthood“, welche sich wieder gänzlich dem Folk-Pop verschrieben hat.

Im November kann man sie dazu in Deutschland live erleben
25.11.2009 Hamburg – Grünspan
26.11.2009 Berlin – Astra
27.11.2009 München – Theaterfabrik

28.11.2009 Köln – Gloria

Yo la Tengo im dreiteiligen Spex- Interview

http://www.spex.de/2009/09/02/am-kamin-mit-yo-la-tengo-interview-teil-1/

http://www.spex.de/2009/09/03/am-kamin-mit-yo-la-tengo-interview-teil-2/

http://www.spex.de/2009/09/04/am-kamin-mit-yo-la-tengo-interview-teil-3/

und hier ein video des vor kurzen auf Matador erschienem neuen Album „Popular Songs“