Schlagwort-Archive: experimentelle Musik

RJD2- Walk with me (Album: The Colossus 2010)

Platte- Die Goldenen Zitronen- Die Entstehung der Nacht

Endlich wieder was neues von den Zitronen! Und das zum goldenen 25 jährigem Jubiläum…

tütender Elektrosound trifft kritische Ironie…spätestens beim dritten Mal hören und ersten Mal Sehen (des Videos zu Positionen) ist diese Platte in einem drin. Die Texte sind wie immer grandios, die Musik ehrlich und wie sie selbst im Interview sagen, eine Art Spiegelbild ihrer jeweiligen Einstellung und des jeweiligen Lebenswandels: „an unserer Musik ist immer ablesbar, was wir treiben und was uns umtreibt (Schorsch).“

Auf ihrem nunmehr zehnten (!) Studioalbum werfen Die Goldenen Zitronen nach dem kämpferischen „Lenin“ 2006 wieder alles in einen schmackhaften Topf : noisig klingende Gitarren, Percussion, Flöten und viel Elektronik, was zusammengenommen ein komplexes Zusammenspiel hervor bringt, ohne jedoch disharmonisch oder ‚unrein‘ zu klingen.

Das beste jedoch sind die Texte. Ich als Hobbywortfrickler habe Schorsch schon immer für seine Sprachspiele zu schätzen gewusst und wie er es dennoch schafft, kritisch gegen aktuelle Missstände in der BRD vorzugehen, über die Krise (Börsen crashen) zu reimen, oder das Begräbnis Jörg Haiders in „des Landeshauptmanns letzter Weg“ zu besingen. „Bloß weil ich friere“, ist ebenso ein Highlight des Albums…Die Zitronen sind zurück und haben wieder leckere Stereonade für die Lauscher dabei.

Überzeugt euch selbst, hier das Video von „Positionen“, in dem Schorsch Kamerun himself Regie geführt hat

Yo la Tengo im dreiteiligen Spex- Interview

http://www.spex.de/2009/09/02/am-kamin-mit-yo-la-tengo-interview-teil-1/

http://www.spex.de/2009/09/03/am-kamin-mit-yo-la-tengo-interview-teil-2/

http://www.spex.de/2009/09/04/am-kamin-mit-yo-la-tengo-interview-teil-3/

und hier ein video des vor kurzen auf Matador erschienem neuen Album „Popular Songs“

Lambent- „Smoothness Extract“ (Project: Mooncircle) 2009

und noch was schönes neues aus dem experimentellen Hause Project: Mooncircle: Lambent und sein Mitte September erscheinendes drittes Album „Smoothness Extract (Deep Night at Ishiaki)“. Während seine Vorgängerwerke, wie „these Days“ eher in Ambient und elektronischer Musik wurzelten, steht hier das experimentelle „Ausprobieren“ im Vordergrund und keine sehr beatorientierte Albumstruktur. Ishiaki bezeichnet dabei die Heimatinsel des Wahl-Berliners und das Inselmotiv zieht sich durch das komplette Album hindurch: „this record presents his sound in the context of Instrumental Hip Hop, with strong elements of Electronic music still present.“

hier ein kurzer Album Stream

Obba Supa- „To:am-free:am“ (Project: Mooncircle) 2009

„Two separate organism from the same body of concept.“
„To:am-free:am“ von dem Londoner, frisch von Project: Mooncircle gesigneten Duo Obba Supa, ist ein Album das man hört, wenn man nach einer durchzechten Nacht auf der heimischen Couch den Abend nocheinmal Revue passieren lässt und  man sich danach in den wohlverdienten Schlummer verabschiedet. Ebenso eignet es sich hervorragend dazu, mal eben aus dem Alltagstrott zu fliehen und stattdessen in die mystische Klangwelt einzutauchen, die sich einem da bei dezenten, aber dennoch energischen Beats von Teknical Developments und den diabolisch anmutenden Reimen von Hey!Zeus auftut. Diese Klangwelt ist warm und verträumt und dennoch lässt sie Raum für Experimente und Abwechslung: „In jedem Fall eine schöne Variation, die weniger den Kopf und mehr das Herz anspricht“ (HHV 3/2009)