Schlagwort-Archive: Film Noir

Kunst- David Lynch- Austellung

Versucht man David Lynch wikepadiatorisch zu definieren, kommt folgendes dabei heraus: „David Keith Lynch (* 20. Januar 1946 in Missoula, Montana) ist ein US-amerikanischer Regisseur, Maler, Fotograf und Animationskünstler.“

Ein Multitalent also, dessen Durchbruch ihm mit Filmen wie Eraserhead im Jahre 1977 gelang (ob er wohl deshalb die Frisur noch heute in Ehren trägt?), Blue Velvet, der ihn 1986 weiter auf dieser Welle reiten lässt und er mir persönlich mit Lost Highway und Mulholland Drive 1997 und 2001 zwei meiner Lieblingsfilme beschert: „Als Regisseur hat er eine unverkennbare Filmsprache gefunden (der SPIEGEL)“.Was einige seiner Filme, speziell Mulholland Drive, angeht, klicke ich mich noch heute durch alle Foren, um deren Intentionen aufzuspüren. Der Meister selbst sagte einmal in einem Interview, welches ich vor Jahren las, er verstehe seine Filme als Bilder bzw. Gemälde, bei denen jeder Betrachter einen jeweils anderen Eindruck gewinnt und die Interpretationen daher vielgestaltig sind.
David Lynch ist ein Meister des surrealistischen, grotesk anmutenden Kinos, das sich mit atmosphärischen Elementen des Film Noirs vereint. Somit schafft er eine Art vertontes Kunstwerk. Dahingehend verbindet er Kunst, Film und auch seine Leidenschaft zu experimenteller Musik, die er für seine Filme zu großen Teilen selbst produziert.

„Der Film entwickelte sich für mich aus der Malerei.“

Nun gibt er erstmals in Deutschland sein Werk als bildender Künstler preis und zwar im Max Ernst Museum in Brühl. Seine Bilder sind wie erwartet grotesk, gewohnt verstörend und ein bisschen anders. Die Einflüsse eines Francis Bacon sind sofort erkennbar, sieht man sich die sogenannten „Distorted Nudes“- Werke an, bei denen es sich um verzerrte und teilweise verstümmelte Frauenkörper, am Computer bearbeitet, handelt und auch etwas beklemmend wirken. Die ältesten Werke Lynchs stellen die Aufnahmen der schmelzenden Schneemänner dar, die er zu den Dreharbeiten seiner Twin- Peaks Serie fotografiert hat. Auch gibt es großformatige Portraits und kunstvoll gestaltete Materialbilder.

Seine Bilder sind so zugänglich wie seine Filme, entweder man lässt sich darauf ein und die Interpretation erstmal aussen vor, oder man versucht  einfach nicht hinzusehen und verpasst dabei die ihm eigene und phantasievolle Art, filmischen Spielraum kunstvoll zu Nutzen.

Hier eine kleine  Auswahl seiner Bilder in Brühl, die ich hier leider nicht, wie er vor Ort, musikalisch unterlegen kann (was die surrealstische Stimmung noch authentischer erscheinen lässt):